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  • The Hackathon Company

Was sind Hackathons?

Updated: Dec 2, 2020

Und was bringen sie für die Entwicklung von Innovationen?

Hackathons sind zu einem neuen Trend in der Welt der Technik geworden. Nicht nur unter Teilnehmern, sondern auch bei Unternehmen wird das Format immer beliebter.

Hackathons – klingen modisch und modern, aber: was bringen sie für die Unternehmensentwicklung? Und was sind sie überhaupt?

Das Wort "Hackathon" setzt sich aus "Hacking" und "Marathon" zusammen. Und genau darum geht es auch: Ein intensives Rennen um den besten Hack. Um direkt zwei häufige Missverständnisse auszuräumen:

  1. Hackathons sind vollkommen legal und befördern keine Cyberkriminalität.

  2. Hackathons drehen sich nicht bloß um Themen zur IT-Sicherheit.


Hackathons in 8 Stichpunkten

  • Event über ein Wochenende

  • Teilnehmer: 50-500 Menschen aus der ganzen Welt

  • Alter: zwischen 20 und 30 Jahre

  • Ursprünglich nur IT-Spezialisten – aber heute alle Fachgebiete

  • 2 Modi: online (virtuell) und offline (vor Ort)

  • Unternehmen definieren eine "Challenge" (digitale Fragestellung)

  • Teilnehmer schaffen Lösungen, um Produktentwicklung in Unternehmen voranzutreiben

  • Prämierung der besten Lösungen – ggf. Weiterarbeit mit Teilnehmern

Nichts Neues für Sie? Der Teufel steckt im Detail:


Hackathons sind die Eventform des Out-of-the-box-Denkens


Hackathons leben von experimentierfreudiger Lösungsentwicklung. Neues ausprobieren steht im Vordergrund. Bei dieser "Ideation" geht es aber nicht nur um wildes Rumspinnen. Gemeinsam mit ausgewählten Mentoren aus den teilnehmenden Unternehmen wählen die "Hacker" diejenige Lösung aus, die wirklich umsetzbar ist.


Außerdem bleibt es nicht beim freien Assoziieren. In der zweiten Hackathon-Phase geht es darum, funktionsfähige Prototypen zu entwickeln. Es werden Codes geschrieben, Entry Strategies konzeptioniert und Business Pläne ausgearbeitet.


Am Schluss des Wochenendes stehen der Pitch der Lösung durch die Hackathon-Teams sowie die Prämierung der besten Lösungen durch eine Jury.


Nach dem Hackathon können die Gewinner-Teams zur Weiterentwicklung und Implementierung der Lösungen ins Unternehmen eingeladen werden. Außerdem ist eine permanente gemeinsame Weiterarbeit, auch in Form der Rekrutierung als Mitarbeiter, möglich.

Hackathons als Treiber von Innovationen


Seit der Geburtsstunde von Hackathons in den 1990er Jahren wurde das Format viel von Tech-nahen Unternehmen und Investoren genutzt. Spätestens seit den 2010er Jahren greifen aber auch Unternehmen mit anderen Produkten und Ausrichtungen auf das Konzept zurück. In Deutschland setzen Unternehmen aller Größen auf diese Form der Innovationsbildung – von Startups über KMUs bis hin zu Großkonzernen.


Die Resultate von Hackathons haben in der Vergangenheit Bewegung in festgefahrene Märkte gebracht. Ungeahnte Innovationen entstanden durch freies Assoziieren, ohne Betriebsblindheit und Scheuklappen. Neue Geschäftsfelder werden erschlossen und innovative Produkte entstehen.


Aber warum funktioniert diese Art der Innovationsentwicklung?

Geheime Innovationszutat: Der Hackathon-Spirit


Viele Unternehmen haben bereits eigene Innovationsabteilungen und schaffen ganz neue Positionen, um die Digitalisierung für sich zu nutzen. Der „CDO“ (Chief Digital Officer) ist einer der markanten Phänomene dieses Wandels.


Wozu werden zusätzlich Hackathons durchgeführt?


Neben den typischen Problemen der Betriebsblindheit, der Kapazitätsgrenzen und den beschränkten Spielräumen fehlt vielen firmeninternen Innovationstreibern vor allem eine geheime Zutat: Der "Hackathon-Spirit".


Hackathons sind von einer sehr unkonventionellen Arbeitsweise geprägt: Es herrscht eine ungezwungene, lockere Atmosphäre. Gleichzeitig wird hochkonzentriert und motiviert an Lösungen gearbeitet.


Wie passt das zusammen?


Es gibt einen starken Zeitdruck und eine klare Zielausrichtung: Erstens, die Entwicklung eines innovativen Produkts und zweitens, die Präsentation der Lösung in einem Pitch. Zudem herrscht bei der Lösungsentwicklung volle Autonomie, es gibt kaum Vorgaben. Die Teilnehmer haben das Gefühl, ihr eigenes Startup über ein Wochenende zu erschaffen. Dies schafft Begeisterung, Eigeninitiative und Stolz. Außerdem sind die Teilnehmer losgelöst von der Angst vor Fehlern und Scheitern – der perfekte Nährboden für beseelte Innovationsschaffung.


Nicht zuletzt entsteht das enorme Potential durch die Heterogenität der Hackathon-Teams. Expertise, Herkunft, Sprache – alles ist bunt gemischt bei Hackathons. Beim ersten Hackathon auf der Java-Konferenz in San Francisco 1999 waren noch alle Nerd-Klischees erfüllt: ausschließlich Programmierer, dunkle Räume, leere Pizzakartons, palettenweise Energy Drinks.


Doch Hackathons haben sich gewandelt. Heute werden ganzheitliche Lösungen geschaffen, nicht nur Code-Schnipsel. Durch die Interdisziplinarität und die verschiedenen Erfahrungen werden implementierbare Lösungen und radikale Kundenorientierung möglich.

Hackathons bewegen Menschen

Viele Unternehmen führen Hackathons nicht nur wegen der Lösungen durch. Einige verfolgen das erklärte Ziel, neue Fachkräfte zu gewinnen. Oder sie möchten ihre Arbeitgebermarke stärken. Oder sie möchten den Hackathon-Spirit ins eigene Unternehmen tragen. Oder eigene Ideen entwickeln und zügig als Projekte umsetzen.


Unabhängig von der individuellen Zielausrichtung geht es aber immer um eins: Menschen bewegen. Hackathons bringen HR-Leiter, Recruiter, Designer, ITler, Sozialwissenschaftler, Pitch Trainer (und natürlich auch CDOs) zusammen.


Hackathons laden dazu ein, über den Tellerrand hinauszublicken, neue Perspektiven zu gewinnen und Verständnis für die Arbeitsweise Anderer aufzubauen. Dabei kann enorm viel voneinander gelernt werden. Abteilungen werden besser verknüpft und die Zusammenarbeit langfristig gewinnbringender gestaltet.


Durch die Begegnung mit unbekannten Hackathon-Begeisterten aus aller Welt wird eine große Motivation entfaltet. Diesen Talenten beim "Hacken" zuzusehen, ist inspirierend. Es sind schließlich Fachkräfte, die neben ihrer Arbeit noch am Wochenende alles für den besten "Hack" geben. Dieses Vorbild und diese Motivation beflügeln. Davon leben Hackathons – und eine einzigartig produktive Innovationsentwicklung.

Über den Autor:

Jonas Köhler co-organisiert hackdays seit Anfang 2019 und bewundert den Hackathon-Spirit immer wieder auf's Neue – sowohl on-site als auch online.

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